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Käsefachwörterlexikon

 

Produkte,
Zwischenprodukte
 
   
Gallerte, "Dickete"   Durch Labstoff geronnene Milch (Süssgerinnung).
Käsebruch   Käsekörner in der Sirte
Schotte   Restflüssigkeit, wenn aus der Sirte durch Ausfällen mittels Hitze und Säure die restlichen Proteine (Albumin u. Globulin) gewonnen werden.
Sirte, Molke   Restflüssigkeit nach dem Käsen.
Strebel   Restliche Käsekörner, welche nach dem Käseausziehen noch im Kessi waren und ebenfalls mit einem Tuch aufgenommen wurden. Der Strebel wurde in den grossen Käsekuchen gepresst. Er war in der Regel zwischen 100 und 800 g. Je kleiner der Strebel umso grösser die Freude des Käsers.
Böhrling  

Böhrling
Käseprobe, welche mit einem speziellen Instrument, dem "Käsebohrer", einem Käselaib entnommen wird.

     
 
Gerätschaften    
   
Gebse, Satte   Flaches Gefäss, in welchem früher die Milch gelagert und gereift wurde.
Harfe   Harfe
Mit Draht oder in neuester Zeit mit Messern bespanntes Schneidewerkzeug.
Brecher   Rührinstrument aus Draht mit Holzstil.
Kessi   Offenes Gefäss aus Kupfer, in welchem gekäst wird (Inhalt bis ca. 2000 Liter).
Fertiger   Offenes oder geschlossenes Gefäss aus Kupfer oder Chromstahl, in welchem gekäst wurd ab ca. 2000 Liter.
Ausziehtuch   Gezwirntes Hanftuch; mit diesem wurde früher die Käsemasse aus dem Kessi ausgezogen.
Käsetuch   Ebenfalls aus Hanf, die Käselaibe wurden früher auf der Presse in solche Tücher eingepackt.
Järb   Spezieller Holzreif zum Auspressen des Emmentaler Käses.
Käsebohrer   Instrument um dem Käselaib eine Probe, den "Böhrling" zu entnehmen.
 
Prozesse    
   
Vorschütten   Zugabe von Milchsäurebakterienkulturen in die Kessimilch eine bestimmte Zeit vor dem Einlaben.
Vorkäsen   Zeitraum vom Zerschneiden der Gallerte bis zum Beginn des Wärmens.
Wärmen/Brennen   Der Käsebruch wird nachgewärmt, um das Käsekorn zu trocknen und die Fremdbakterien zu dezimieren.
Bruchwaschen   Wasserzusatz in den Käsebruch zur Verdünnung des Gärmaterials (Milchzucker).
Ausrühren   Zeitraum vom Erreichen der Brenntemperatur bis zum Ausziehen bzw. Abfüllen.
Ausziehen   Früher: Herausnehmen der abgesetzten Käsekörner aus dem Kessi mit einem Käsetuch.
Abfüllen   Heute: Abfüllen des gesamten Käsebruches mit einer speziellen Pumpe über eine Rohrleitung in die Formen.
Kuchen   Die ganze Käsemasse wird ca. 10 bis 20 Min. vorgepresst und anschliessend in Würfel geschnitten und in Formen gefüllt.
Abtropfen   Das Abfliessen der Sirte aus dem Käse in den ersten 20 Stunden bedingt durch die Milchsäuregärung.
Schmieren   Schmieren
Das Bürsten der Käselaibe mit einer sauberen, schwachen Salzlösung.
 
Käsefehler (Lochung)    
   
blind   keine Löcher
Vielsatz   zuviel Löcher
Nisser  

sehr viele kleine Löcher

 

 
Weitere Fachausdrücke    
   
Narben   Käseoberfläche
ladtönig   Gärung mit Gasbildung auf der Presse.
Grempler   Erste Appenzeller-Käse-Händler.
Sulz   Ein Gemisch von Weissweinhefe und Kräutern, mit welchem die Appenzeller Käse in den Handlungen geschmiert werden.
Griff   Griff
Festigkeit des Käsekorns.
überschiessen   Ungleichmässiges "Trocknen" des Käsebruches, meistens durch zu schnelles Brennen.
Staub   Sehr kleine Käsekörner, welche bei unsorgfältigem Vorkäsen entstehen.
luomer Bruch   Sehr weicher Käsebruch mit wenig Widerstand (schwacher Griff).
Wilder Käse   Schwimmende Käsekörner entstanden durch starke mechanische Behandlung der Milch.